Gesundheit geht alle an. Die medizinische Versorgung gehört zu den tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Sie begleitet die meisten deutschen Bürger von der Geburt bis ins hohe Alter.  Dafür wendet die Volksgemeinschaft erhebliche Summen auf. 376 Milliarden Euro oder 4 544 Euro je Einwohner bzw. Einwohnerin flossen 2017 in das deutsche Gesundheitssystem. Von keiner Branche hängen mehr Arbeitsplätze ab: 2017 waren es bereits 5,6 Millionen. Kurz gesagt: im deutschen Gesundheitswesen geht es jeden Tag um Leben und Tod – und immer um sehr viel Geld.

Die meisten der Entscheidungen im Gesundheitswesen spielen sich unter dem Radar der Öffentlichkeit ab. Das ist auch kein Wunder, denn: Das System wird im Wesentlichen von interessengeleiteten Akteuren verwaltet und gesteuert. Ein Bereich also, in dem der Journalismus als Kontrollinstanz von erheblicher Bedeutung ist.

Das Projekt Operation Explorer verfolgt das Ziel, Journalistinnen und Journalisten zu ermächtigen, möglichst viele jener Daten qualitätsgesichert zu analysieren, die im Gesundheitssystem ständig in großen Mengen erhoben werden.

Doch viele der Daten sind für Recherchen nicht oder nur über komplizierte Umwege verfügbar. Das gilt selbst für einen der wichtigsten Datenbestände im deutschen Gesundheitswesen: die Krankenhaus-Statistik. Sie enthält die Hauptdiagnosen aller vollstationären Krankenhaus-Patienten sowie Angaben zu sämtlichen Therapien und Operationen, die die Kliniken mit den Krankenkassen abgerechnet haben.

Das SMC Lab analysiert und aktualisiert diesen Datenschatz regelmäßig und entwickelt daraus Rechercheideen und Angebote – wie zum Beispiel den Kniereport 2018  oder den aktuellen Report über Mindestmengen, der in Zusammenarbeit zwischen SMC Lab und der "Weissen Liste" der Bertelsmann-Stiftung entstanden ist.

So helfen wir

Was der Operation Explorer bietet:

  • Wir sammeln die verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes zu Diagnosen, Operationen und Prozeduren im Krankenhaus in einem webbasierten Tool, das im SMC und dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) entwickelt wurde. Das Programm erlaubt altersstandardisierte Auswertungen auf regionaler Ebene. Der Bestand umfasst bislang die Datenjahre 2009 bis zum jüngsten verfügbaren Jahr 2016 und wird jährlich aktualisiert.
  • Alle Daten werden im Operation Explorer bis auf Kreisebene ausgewertet und sind bereits altersstandardisiert.
  • Als Ergebnis erhält man verständliche Karten, auf denen je nach Diagnose oder Operation erhebliche Unterschiede in der stationären Versorgung zu erkennen sind – codiert nach dem Wohnort der Patientinnen und Patienten in 402 deutschen Kreisen.

    Zwei Beispiele:
    I. Osthessen ist die Metropole der Rückenoperationen. Dort wird rund zweieinhalbmal so häufig am Rücken operiert wie im Bundesdurchschnitt.
    II. Bei der Geburtshilfe gibt es offenbar verschiedene Welten: Rund um den norddeutschen Kreis Cloppenburg, im Saarland und in der Eifel-Region kommt es doppelt so häufig zum Kaiserschnitt wie in vielen Landkreisen Sachsens.  

 

Die eigene Story

Wenn Sie Journalistin oder Journalist sind, können Sie auf den Operation Explorer zugreifen und dort eigene Recherchen ergänzen.

  • Die Häufigkeit bestimmter Diagnosen oder Operationen in Krankenhäusern Ihrer Region/Ihrem Landkreis oder im Bundesüberblick können Sie bei uns gezielt erfragen.
  • Welche Diagnosen oder Operationen in einer Region besonders auffallen, können Sie abfragen.
  • Informationen zu Entwicklungen und Trends in der regionalen Krankenhausversorgung können Sie bei uns einholen.
  • In regelmäßigen Workshops können Sie lernen, den Operation Explorer selbst zu nutzen und Fehler bei der Dateninterpretation vermeiden.
  • Wenn Sie mit dem Tool bereits vertraut sind, richten wir Ihnen gern einen Gastzugang ein. 

Was wir außerdem tun

Diesen Service bieten wir:

  • Wir helfen Ihnen bei der Einordnung Ihrer Operation Explorer-Ergebnisse.
  • Wir bieten Tipps an, wo Sie vor Ort weiterrecherchieren können.
  • Wir vernetzen auf Wunsch Journalistinnen und Journalisten, die an ähnlichen Themen in unterschiedlichen Regionen arbeiten. 
  • Wir knüpfen Kontakte zwischen Journalistinnen und Journalisten, die exklusive regionale Geschichten im Netzwerk recherchieren und veröffentlichten wollen.
  • Wir arbeiten an einer Datenbank von Gesundheitsexperten und Versorgungsforschern, die komplexe Sachverhalte erklären, einordnen und bewerten können.
  • Wir versuchen über die Kooperation mit Forschungsinstituten weitere Datenbestände aus dem Gesundheitssystem für Journalistinnen und Journalisten zu erschließen und auszuwerten. 

Wer wir sind

Das Team Operation Explorer

Ursprünglich wurde der Operation Explorer zusammen mit dem Heidelberg Institut  für Theoretische Studien entwickelt. Derzeit werden im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Science Media Center Germany, dem Verband der Wissenschaftsjournalisten wpk (Wissenschaftspressekonferenz) und mit Förderung der Bertelsmann-Stiftung Tools für Recherchen im deutschen Gesundheitswesen weiterentwickelt. Ziel ist es, Evidenz- und datengetriebene Recherchen zu ermöglichen. Im Netzwerk mit Journalistinnen und Journalisten analysieren Datenspezialisten im SMC Lab Krankenhausdaten der medizinischen Versorgung in Deutschland. Mehr Informationen über die Arbeit des gemeinnützigen Media Center Germany erhalten Sie hier.

 

Ansprechpartnerin im Science Media Center Germany:

Meike Hemschemeier, Projektleiterin Operation Explorer
Telefon: +49 221 8888 25-130

 

Download

Report 2019: Mindestmengen im Krankenhaus – Bilanz und Neustart

Download  

Zugang zum Operation Explorer

Hinweis 
Der Operation Explorer ist kein Open Source Analyse-Tool. Um einen Zugang zu erhalten, müssen Sie sich hier  beim Science Media Center akkreditieren. 

Tragen Sie bei Ihrer Akkreditierung im Textfeld "Sonstiges" bitte explizit ein, dass Sie Zugang zum Operation Explorer wünschen.

Journalistinnen und Journalisten, die bereits akkreditiert sind, schicken bitte einfach eine E-Mail an redaktion(at)sciencemediacenter(dot)de  mit der Bitte um die Zugangsdaten.